Familientreffen in Sandersleben 2026

Veröffentlicht am 21. Juli 2026 um 12:48

Ein Wochenende voller EBM, Freundschaft und unvergesslicher Momente (09.07. – 12.07.)

Vier Tage lang wurde Sandersleben wieder zum Treffpunkt der Szene. Für Außenstehende mag es ein Festival sein – für viele ist es längst ein Familientreffen. Ein Ort, an dem alte Freundschaften gepflegt, neue Bekanntschaften geschlossen und die gemeinsame Leidenschaft für EBM gelebt wird.

Das Wetter spielte in diesem Jahr perfekt mit. Angenehme Temperaturen luden dazu ein, gemeinsam im Camp zu sitzen, zu lachen, über das Leben zu philosophieren und in Erinnerungen zu schwelgen. Zwischen den Konzerten blieb immer genug Zeit für Gespräche, während aus allen Richtungen die Klänge alter und neuer EBM-Bands über das Camp hallten.

Bevor es auf der Bühne losging, wurde das eine oder andere Kaltschalengetränk bei der Biertauschbörse getauscht und die Geschmacksknospen intensiv getestet.

Freitag

Der Freitag begann mit Angstfabrikk, die trotz ihres Namens vor allem für gute Laune und Bewegung vor der Bühne sorgten. Ob Oldschool-EBM oder Electro-Pop – darüber lässt sich streiten, doch getanzt wurde auf jeden Fall. Mit CK37 aus Schweden folgte eine gelungene Neuentdeckung, bevor Manipulation und Trilogy zeigten, wie vielseitig EBM sein kann: mal emotional und ruhiger, mal voller Energie und Krafteinsatz. Ein besonderes Highlight waren Kreign aus den USA mit ihrem Mix aus Industrial und EBM, der ordentlich Druck machte.

Den Abschluss des Tages übernahm Pro Patria aus Belgien und rundete einen gelungenen Festivalfreitag ab.

Samstag

Der Samstag begann traditionell mit dem Weckruf der Dippelsbacher Musikanten, und so mancher wurde ordentlich aus dem Zelt geblasen.

Nach einer kurzen Stärkung durfte natürlich auch der internationale Kornlauf nicht fehlen. Für Gesprächsstoff sorgte dabei die Fusion aus EKG und Maschinesturm. Als Team gingen sie zwar unter dem Namen „Maschinenschrott" an den Start, fegten aber eher im Maschinenflott-Tempo über den Platz und sicherten sich souverän den ersten Platz.

Anschließend übernahm wieder die Musik das Kommando. Porno Karako sorgten mit skurrilen Remixen und ungewöhnlichen Coverversionen für beste Unterhaltung und den einen oder anderen überraschten Blick, bevor Kalt trotz ihres Namens ordentlich einheizten. Der Mix von Kalt, der stellenweise an Front 242 erinnerte, kam beim Publikum sehr gut an. Für viele gehörte TÖT aus Frankreich mit kompromisslosem Oldschool-EBM und Industrial-Einflüssen zu den Überraschungen des Tages. DSTRD hielten das hohe Tempo aufrecht, ehe Armageddon Dildos den Platz noch einmal zum Beben brachten. Den würdigen Abschluss des Abends übernahmen A Split Second – eine Band, die seit Jahrzehnten zur Geschichte der Szene gehört und eindrucksvoll bewies, dass sie nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Sonntag

Am Sonntag hieß es schließlich Abschied nehmen. Zelte wurden abgebaut, die letzten Umarmungen ausgetauscht und die Heimreise angetreten. Zurück blieben viele Erinnerungen, neue Bekanntschaften, alte Freundschaften und die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen.

Mehr als Musik

Doch ein solches Wochenende besteht aus mehr als nur Musik. Es sind die Begegnungen, der Austausch und das Gefühl, Teil einer besonderen Gemeinschaft zu sein. Manchmal zeigt das Leben auch, wie nah Freude und Ernst beieinanderliegen, wenn für einen Augenblick alles stillzustehen scheint. Gerade dann wird deutlich, was diese Szene ausmacht: Man hält zusammen, passt aufeinander auf und geht den Weg gemeinsam weiter.

Musik verbindet, Freundschaften bleiben, und Familie ist manchmal mehr als Blutsverwandtschaft. Genau deshalb ist das Familientreffen in Sandersleben für viele mehr als nur ein Festival – es ist ein Zuhause auf Zeit.

Danke an alle, die dieses Wochenende wieder mit Leben, Herz und jeder Menge EBM gefüllt haben.

Bis zum nächsten Familientreffen!

 

Text & Foto: Sandra Cassens & Jennifer Busch-Cassens

N.A.R. Group

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